DIY - Digitaler Fotorahmen

technology deutsch privacy

Anlass dieses Artikels war der Heise Artikel Perfektes Weihnachtsgeschenk: Smarter Bilderrahmen TeleFrame Die von Heise vorgestellte Lösung finde ich sehr fragwürdig, ich vertraue Telegram dafür zu wenig. Aber auch viele andere Lösungen die man ich im Internet fand, konnten mich nicht überzeugen. Entweder sind die Lösungen enorm kompliziert (für Andwender und Administrator) oder die anzuzeigenden Bilder werden über einen nicht vertrauenswürdigen Dritten geschleust. Meist sind die Apps die dazu verwendet werden auch noch überladen mit Trackern. Ich persönlich, möchte meine privaten Aufnahmen nicht freiwillig an Dritte weitergeben. Darum habe ich schon vor einiger Zeit eine eigene Nextcloud aufgezogen und damit eröffneten sich ganz neue Optionen.

Anforderungen

  • Nutzung meiner eigenen Nextcloud Instanz
  • Einfach hinzufügen von Bildern
  • Keine Tracker
  • Support für Unterordner
  • Einfach Bedienung
  • Wenig bis keine nötige Interaktion zum Starten der Slideshow
  • Keine Online Zwang für das Gerät
  • Alte Hardware wiederverwenden

Also Zielperson für diese Lösung wählte ich meine Oma ;) über 80 Jahre, kein Smartphone, kein Whatsapp oder ähnliches und auch keine Intetion sich in der digitalen Welt zurecht finden zu wollen (müssen). Damit entstand folgende Lösung für meinen digitalen Bilderrahmen.

Display

Anstatt teurer All-In-One Lösungen mit schlechter Qualität zu kaufen, habe ich alte Tablets günstig erworben. In meinen Fällen waren es alte Android Tablets ab 9" Display Diagonale. Wer einen alten Bildschirm zu Hause hat, kann sich eine AndroidBox zulegen. Das alles gibt es schon für unter 30€ Wer einen Schrit weiter geht, kann sich eine Gerät besorgen, dessen Android Version auch ohne Google Services läuft, privater geht es dann wohl nicht mehr. Je nachdem kommt noch ein Tablet-Stand oder eine Wandhalterung für den Bildschirm.

Software

Hier verwende ich ausnahmsweise die nicht-quelloffene Software für Android PhotoCloud. Der Entwickler der App ist sehr hilfsbereit und die App verwendet eben nur das nötigste an Berechtigungen und keine Tracker (soweit für mich überprüfbar). Wer gerne auf die Eigenwerbung des Entwicklers in der App verzichten möchte, kauft sie um ein paar Euro und wird es nicht bereuhen.

Die App unterstützt folgende "online" Speicher

  • OwnCloud/NextCloud server, even with self-signed https certificate
  • Dropbox
  • Local Gallery
  • Flickr
  • Google Drive
  • Microsoft OneDrive
  • Windows Shares (Samba)
  • Mega
  • SSH and SFTP
  • DLNA/UPNP

Und mehr als genug Fileformate (jedoch keine Videos, was ich als recht angenehm empfinde)

  • bitmap: png, gif, bmp, jpg, jpeg, webp, heif (Android P only)
  • raw: crw, cr2, nef, raf, dng, mos, kdc, dcr (by default ignored since loading RAWs will generate huge network traffic; just enable raws in app’s Settings)

Ein paar Features die mir sehr am Herzen liegen.

Einerseits kann die App auch ohne immer aktive Datenverbindung funktionieren, die Bilder werden gechached und ohne Datenverbindung wird eben genau dieser Cache zum Anzeigen herangezogen. Sobald das Gerät online kommt wird alles auf den aktuellsten Stand gebracht. Weiters gibt es eine recht einfache "Kindersicherung" sobald die Slideshow läuft, das hält Leute davon ab die ganze Zeit am Tablet herumzuwischen. Es verhält sich hier ähnlich wie in Situation wo gefilmt wird und man unbeding hineinwinken und grinsen muss. Und die Option die Slideshow bei aktivem Netzbetrieb zu starten, und beim Abstecken vom Ladegerät zu stoppen, lässt ein Tablet nicht nur als Bilderrahmen fungieren.

Nutzung für größere Gruppen

In meinem Fall nutze ich als online Speicher meine eigene Nextcloud Instanz. Damit habe ich Möglichkeiten die vielleicht mit anderen Speichern nicht möglich sind. Die von mir verwendeten Photoframes werden fast nie von der Person befüllt bei der sie stehen. Andere Personen übernehmen das Befüllen der Bilderrahmen mit Inhalten. Dazu habe ich jedem Photoframe ein eigenes kleines Nextcloud Konto zugewiesen. In diesem werden für jeden Mitwirkenden Ordner angelegt und die Ordner werden über eine Link mit der jeweiligen Person geteilt. Diese können dann über ihre persönlichen Links einfach Bilder in den Ordner hochladen bzw. auch Bilder daraus entfernen. Alles was hier benötigt wird ist ein Browser und eben die Bilder. Die Software auf den Photoframes erkennt innerhalb von Sekunden die neuen Bilder in den Unterordnern und fügt sie in die Slideshow ein.

Infos zu den umgesetzten Varianten

Das billigste Projekt mit einem alten Android Tablet und Teilen aus dem eigenen Bestand war mit 25€ und läuft seit einem Jahr mit fünf Nutzern und hier werden wöchentlich Bilder getauscht. Diese Variante habe ich nun schon zwei Mal erfolgreich umgesetzt.

Tablet mit Stand

Die zweite Variante ist ein alter 19" Bildschirm mit einem Odroid auf dem Android installiert wurde. Dazu gibt es noch eine kleine externe Tastatur um im Notfall etwas anzupassen. Diese Lösung läuft und läuft und läuft - bei vier Nutzern und einigen hunderten Fotos ist das einfach super.

Odroid mit Gehäuse

Erster Testlauf

Die vorerst letzte bzw. dritte Variante is eine AndroidBox an einem ca 30" Bildschirm. Die AndroidBox hängt ist per HDMI mit dem Bildschirm verbunden, die wurde direkt über Google Play installiert und fertig. Hier sind momentan zehn Nutzer am werken und laden regelmäßig Bilder hoch um Passanten eines Geschäftslokal zu erfreuen.

AV Mödling Geschäftsstelle

Ich wünsche euch jetzt schon viel Spaß beim Nachbauen und betreiben, bei letzerem kommt es immer wieder zu den schönsten Momenten.

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